Ressourcen: Der Begriff "Ressourcen" wird je nach Zusammenhang unterschiedlich definiert. Hier wird der Ressourcen-Begriff eng gefasst: er bezeichnet die "natürlichen Ressourcen": Boden (mit allen mineralischen Rohstoffen, fossilen Energieträgern etc.), Wasser und Luft, einschließlich der Biosphäre.
Ressourceneffizienz: Eine effizientere Ressourcennutzung basiert auf der Suche nach Möglichkeiten das gleiche Produktionsergebnis bzw. die gleiche Dienstleistung mit weniger Naturverbrauch (Ressourcen) zu erbringen, um so den Ressourcenverbrauch von der Wertschöpfung und dem Wohlstand einer Gesellschaft zu entkoppeln. Dies betrifft den effizienten Einsatz von Materialien, Wasser und Energie ebenso wie die sparsame Nutzung von Flächen.
Dematerialisierung: Hinter dem Begriff verbirgt sich die Strategie, den Einsatz materieller natürlicher Ressourcen zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse zu reduzieren.
Das Ziel, die Ressourceneffizienz zu steigern, orientiert sich an der ökologischen Tragfähigkeit der Erde. Bliebe die heutige Art der Ressourcennutzung unverändert, würden wir, durch das Bevölkerungswachstum und wachsenden Verbrauch, im Jahr 2020 ca. 50% mehr Ressourcen benötigen als heute (Meyer 2008). Um die Tragfähigkeit der Erde aber zu erhalten und gegen die schon heute starke Belastung zu steuern, müssen die Ressourcen intelligenter als bisher genutzt werden und zwar so, dass der weltweite Ressourcenverbrauch um mindestens die Hälfte sinkt.
Dafür sind die Ressourcen um den Faktor X besser zu nutzen, wobei die unterschiedlichen Verbrauchniveaus der Länder einen Ausgleich erfahren müssen. Für die Industrieländer, die insgesamt einen hohen Ressourcenverbrauch haben, bedarf es einer Senkung des Ressourcenverbrauchs um den Faktor 10 für die nächsten 30-50 Jahre, so dass den Entwicklungsländern auch mit einer vermehrten Nutzung von Ressourcen, eine Verbesserung ihres Lebensstandards möglich wird. (Schmidt-Bleek 2007)
Wachsende Verkehre, der weltweite Hunger nach Energie, Wasser und Material, die weltweite Ausweitung der industriellen Massenproduktion und der ökonomische Aufholprozess der bevölkerungsreichen Schwellenländer sowie die steigende Nachfrage einer wachsenden Weltbevölkerung nach Gütern und Dienstleistungen sind zu einer ökologischen Bedrohung geworden. Niemand stellt ernsthaft mehr in Frage, dass es gelingen muss, den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen drastisch zu vermindern und die grassierende Umweltverschmutzung einzudämmen. Die Art und Weise wie wir produzieren und konsumieren, setzt aber nicht nur unser Ökosystem schweren Belastungen aus, auch unsere Wirtschaft und unsere sozialen Systeme bleiben vom vorherrschenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen und von der wachsenden Nachfrage nach Energie und Rohstoffen nicht unberührt: Diese werden knapp und immer teurer (vgl. BMU 2007).
Die Ressourceneffizienz - die Senkung des Energie-, Material- und Wasserverbrauchs - muss ins Zentrum der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit, ins Zentrum der wirtschaftlichen Prozesse und ins Zentrum der wissenschaftlichen Forschung gerückt werden mit dem vereinfacht formulierten Ziel: Aus weniger mehr machen. Nur so schädigen wir unsere Lebensgrundlagen nicht unwiderruflich.
Unterschiedliche Maßnahmen sind je nach Branche, Produkt oder Produktionsstufe besonders geeignet. Beispielsweise kann man technologische Verbesserungen durchführen, eine bessere Produktgestaltung einsetzen, Konzepte für die Reduktion des Ausschusses entwickeln oder bereits bei der Rohstoffauswahl Kriterien der Ressourceneffizienz berücksichtigen (vgl. BMU 2007).
Das Thema Ressourcen bekommt einen immer größeren Stellenwert: Sowohl große internationale Konzerne als auch innovative KMU (kleine und mittlere Unternehmen) sind bereits aktiv geworden, denn viele haben erkannt: Durch effizienteren Ressourceneinsatz können Wachstums- und Beschäftigungsimpulse ausgelöst werden, da sich durch die Erschließung von Kostensenkungspotenzialen die finanzielle Performance und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen auf den Inlands- und Auslandsmärkten verbessert.
Natürliche Ressourcen sind Grundlage aller wirtschaftlichen Aktivitäten. Die Wettbewerbsnachteile, die durch eine ineffiziente Ressourcennutzung entstehen, gefährden die Entwicklung von Unternehmen und damit auch Arbeitsplätze.
Das Bruttoinlandsprodukt der deutschen Volkswirtschaft - von der Rohstoffentnahme bis zum Recycling oder der Entsorgung - kann hingegen durch eine gesteigerte Ressourcenproduktivität um mehr als 1% erhöht werden. Außerdem wären eine kontinuierliche Sanierung des Staatshaushaltes durch zusätzliche Einkommen von 80 Milliarden Euro jährlich (bis 2016) sowie Einsparungen von 160 Milliarden Euro für die Industrie zu erwarten. Mehr als eine Million neue Arbeitsplätze könnten entstehen - ein weiteres schlagkräftiges Argument, die Dematerialisierung voranzutreiben (Schmidt-Bleek 2007).
Ein Anstieg der Ressourceneffizienz führt zu einer Reduktion von Umweltbelastungen, da insgesamt lebenszyklusweit weniger Ressourcen entnommen, bewegt, umgewandelt und verwertet werden müssen. Übergeordnetes Ziel dabei ist es, die lebenswichtigen Leistungen der Ökosphäre zu erhalten.
Konsumenten können Nutznießer einer gesteigerten Ressourceneffizienz in der Wirtschaft sein, wenn beispielsweise Kostensenkungen, die in Unternehmen erzielt werden, direkt an den Verbraucher weitergegeben werden. Darüber hinaus beeinflusst es ihren eigenen Ressourcenverbrauch und entlastet ihren Geldbeutel, wenn das Design der Produkte beispielsweise auf Dauerhaftigkeit oder geringen Energieverbrauch ausgelegt ist.
Millennium Ecosystem Assessment
Statistisches Amt der Europäischen Gemeinschaften "Eurostat"
Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
Portal der Aachener Stiftung Kathy Beys
Kurzfilm "Factor X: Beyond Climate Change – FLOW" im Auftrag von UBA
Film: "The Story of Stuff: Wie wir unsere Erde zumüllen"
Forschungsprojekt "Materialeffizienz und Ressourcenschonung"