Der Ressourcenverbrauch eines Landes kann durch den Indikator TMR (Total Material Requirement) ermittelt werden. So kann in Deutschland die Entwicklung des TMR Fortschritte in der Steigerung der Ressourceneffizienz anzeigen und im Vergleich mit anderen Ländern die weltweiten Trends deutlich machen.
Der Indikator TMR misst die jährliche Gesamtmenge natürlichen Materials, das mit technischen Mitteln bewegt wird. Er wird in Tonnen pro Jahr gemessen und zeigt an, wie viele erneuerbare und nicht erneuerbare Ressourcen eine Volkswirtschaft verbraucht. Er enthält auch den Ressourcenverbrauch bzw. ökologischen Rucksack aller importierten Güter eines Landes und berücksichtigt außerdem die Erosion fruchtbarer Böden (vgl. Schütz/Bringezu 2008).
Produkte und Dienstleistungen können mit MIPS (Material-Input pro Serviceeinheit) lebenszyklusweit im Hinblick auf ihre Material- und Produktnutzungsintensität bewertet werden. Um die inputorientierte Umweltbelastung von Produkten und Dienstleistungen zu bestimmen, gibt MIPS an, wie viel Ressourcen (Material) für dieses Produkt, diese Dienstleistung insgesamt eingesetzt werden. Unternehmen können mittels MIPS lebenszyklusweit den Ressourcenverbrauch ihrer Produkte und Dienstleistungen zeitnah und mit überschaubarem Aufwand abschätzen (vgl. MIPS Online).
In den Industrieländern besteht ein grundsätzlicher Zusammenhang zwischen dem Wohlstandsniveau und dem Ressourcenverbrauch, der wiederum ganz wesentlich die Ressourcenentnahme bestimmt. Aber nicht das Wohlstandsniveau allein entscheidet über den Ressourcenbedarf, denn andernfalls ist es nicht zu erklären, warum deutliche Unterschiede zwischen Ländern mit einem vergleichbaren Wohlstandsniveau zu beobachten sind.
Beispielsweise ist auffallend, dass Japan einen geringeren Ressourcenverbrauch pro Kopf aufweist als Deutschland. Ursachen dafür sind: Unterschiedliche Formen der Energieversorgung und Fahrzeuggrößen sowie Aspekte des Lebensstils wie die Art des Bauens und die durchschnittliche Wohnfläche.
Weitere etablierte Instrumente zur Abschätzung des Ressourcenverbrauchs sind der "ökologische Rucksack" und der "ökologische Fußabdruck". Beide können sowohl für einzelne Produkte als auch für ein Land bestimmt werden. Während der ökologische Rucksack den lebenszyklusweiten Materialinput abzüglich des Eigengewichts des Produktes misst, ist der ökologische Fußabdruck ein flächenbezogenes Maß für den Naturverbrauch. Mithilfe statistischer Werte wird für fünf Konsumkategorien (Nahrung, Wohnung, Transport, Konsumgüter und Dienstleistungen) der konsumbedingte Flächenverbrauch abgeschätzt.
Die fünf ressourcenintensivsten Sektoren - sie erreichen etwa die Hälfte des gesamte Ressourcenverbrauchs - sind die Baubranche, die Nahrungs- und Futtermittelindustrie, die Metallverarbeitung, der Energiesektor und der Kraftfahrzeugsektor. Betrachtet man die zwölf ressourcenintensivsten Sektoren, so erreichen diese bereits zusammen ca. 75 % des gesamten Ressourcenverbrauchs.
Der inländische globale Ressourcenverbrauch ist in Deutschland von 5,843 Mrd. Tonnen im Jahr 1991 auf 5,289 Mrd. Tonnen im Jahr 2000 um ca. 9% gesunken - bei steigenden "ökologischen Rucksäcken" durch nicht verwertete Ressourcenentnahmen im Ausland. Das bedeutet, dass Ressourcenverbräuche und vor allem ihre ökologischen und sozialen Folgewirkungen in andere Länder verlagert werden. Pro Kopf lag der gesamte Ressourcenverbrauch (TMR) im Jahr 2000 in Deutschland damit bei etwa 64,3 Tonnen. Zum Vergleich dazu: in der EU-15 lag der durchschnittliche Verbrauch für das Jahr 1997 pro Person bei ca. 51 Tonnen, in Japan 1994 bei 45 Tonnen und in den USA 1994 bei 85 Tonnen (MaRess Policy Paper 8.1).